Haushaltsauflösung nach einem Todesfall
Die schwerste Form der Auflösung – hier zählt Reihenfolge doppelt: erst das Rechtliche, dann das Herz, dann die Hände.
Erst klären, dann räumen
Vor größeren Schritten: Abstimmung mit Gerichtskommissär (Notariat) – bis zur Einantwortung ist der Hausrat Teil der Verlassenschaft. Unbedenklich sofort: Verderbliches wegwerfen, Wohnung sichern, Dokumente sammeln, laufende Kosten sichten (Miete! Kündigungsfristen kosten Monate). Der Miet-Faktor macht frühe Notariats-Gespräche bares Geld wert.
Die Erinnerungs-Phase
Bewährt: Familie entnimmt zuerst gemeinsam die Erinnerungsstücke (Foto-Doku bei mehreren Erben schafft Frieden!), erst danach beginnt die professionelle Räumung. Wer den Anblick nicht erträgt: Wir sichern nach Liste und übergeben die Familien-Kiste – manches ist leichter, wenn man es nicht selbst durchblättern muss.
Die professionelle Abwicklung
Bewertung mit Anrechnung zugunsten der Verlassenschaft, dokumentierte Räumung, besenreine Übergabe mit Protokoll an Verwaltung oder Käufer – auf Wunsch komplett aus der Ferne koordiniert. Die rechtlichen Details: Räumung nach Todesfall und der große Leitfaden auf aufraeumer.at.
Der erste Gang in die Wohnung: niemand muss allein hinein
Der schwerste Moment ist oft nicht die Räumung, sondern das erste Aufsperren. Nehmen Sie jemanden mit, planen Sie an diesem Tag wenig anderes und erledigen Sie nur das Nötigste: lüften, Verderbliches aus der Küche nehmen, wichtige Unterlagen einsammeln, ein paar Fotos vom Zustand machen.
Alles Weitere darf warten. Wenn Sie möchten, verbinden wir diesen ersten Termin diskret mit der Besichtigung: Sie sperren auf, wir schauen mit fachlichem Blick, und Sie müssen die Tür danach nicht allein wieder zusperren. Viele sagen hinterher, genau das habe geholfen.
Kleidung und Persönliches: würdevoll weitergeben
Kaum etwas fällt schwerer als die Kleidung. Unser Weg: Tragbares geht anonym an soziale Einrichtungen, wo es Menschen wärmt, statt zu belasten – auf Wunsch bestätigen wir die Weitergabe schriftlich. Auch Brillen, Gehhilfen und gut erhaltene Alltagshelfer finden über karitative Kanäle neue Verwendung.
Nehmen Sie vorher in Ruhe heraus, was bleiben soll: der Lieblingspullover, das Tuch mit Monogramm – kleine Dinge tragen oft die größte Erinnerung. Für alles andere gilt: Es verschwindet nicht, es hilft weiter. Dieser Gedanke macht das Loslassen spürbar leichter.
Was in der Wohnung bleiben sollte, bis alles geklärt ist
Papiere zuerst zur Seite
Bevor irgendetwas hinausgetragen wird, sammeln Sie Ordner, Kontoauszüge, Polizzen, den Mietvertrag, Zahlungsbelege und alles mit einem Stempel darauf in zwei Kartons und stellen diese außerhalb der Wohnung ab. Erfahrungsgemäß liegen Unterlagen in gewachsenen Haushalten nicht an einem Ort, sondern an dreien: im Schreibtisch, im Küchenkasten und in einer Lade im Vorzimmer.
Wo Menschen etwas verwahren
In fast jeder lang bewohnten Wohnung steckt etwas zwischen Buchseiten, hinter dem Bild im Vorzimmer, unter dem Schubladenboden oder in einer Manteltasche im Kleiderkasten. Wir öffnen jede Lade und jede Tasche, bevor ein Möbel getragen wird, und legen zur Seite, was persönlich aussieht. Sie sollten dasselbe tun, solange Sie noch Ruhe dafür haben.
Die Wohnung läuft weiter
Miete, Betriebskosten, Strom und Versicherung laufen unabhängig davon, ob jemand die Wohnung betritt. Welche Frist für die Rückgabe gilt, steht im Mietvertrag, bei einer Genossenschaft in deren Bedingungen, und im Zweifel sagt es Ihnen die Hausverwaltung auf Nachfrage. Wichtig ist nur, dass Sie diese Auskunft früh einholen und nicht erst nach dem Räumungstermin.
Die Wohnung in drei Durchgängen leer bekommen
Der erste Durchgang gilt nur Papieren, Fotos, Schmuck und Schlüsseln. Er dauert in einer Zweizimmerwohnung meist zwei Nachmittage und sollte zu zweit passieren, weil man allein nach der dritten Lade nicht mehr genau hinsieht. Im zweiten Durchgang kleben Sie farbige Punkte auf die Stücke, die in der Familie bleiben, ein Punkt je Person. Erst der dritte Durchgang betrifft alles Übrige, und der geht dann an einem Tag.
Fixieren Sie den Termin für die Übergabe erst, wenn die ersten beiden Durchgänge erledigt sind, nicht davor. Klären Sie vorher, wie viele Schlüssel zurückgegeben werden müssen, ob ein Kellerabteil und ein Dachbodenabteil dazugehören und wer beim Übergabeprotokoll dabei ist. Machen Sie am leeren Zustand Fotos von jedem Raum und notieren Sie die Zählerstände, bevor Sie den Schlüssel aus der Hand geben.
Häufige Fragen
Wie schnell muss der Haushalt aufgelöst sein?
So schnell wie die Fristen verlangen (Mietkündigung!) und so langsam wie die Trauer braucht – beides zusammen heißt meist: Kündigung früh einreichen, Räumung auf die letzten Wochen legen. Wir takten uns ein.
Was kostet die Auflösung nach Todesfall?
Wie jede Auflösung nach Volumen – ab € 990 für Wohnungen, minus Anrechnung. Die Rechnung ist verlassenschaftstauglich ausgestellt und im Verfahren absetzbar.
Können wir bei der Räumung dabei sein, ohne mitzuarbeiten?
Selbstverständlich – Ihre Anwesenheit ist jederzeit willkommen, Mithilfe wird nicht erwartet. Viele Angehörige sind beim Start dabei, ziehen sich zwischendurch zurück und kommen zur Übergabe wieder. Das Team arbeitet ruhig und respektvoll, und bei jedem unklaren Stück gilt: Wir fragen nach, bevor es den Raum verlässt.
Dürfen wir räumen, solange die Verlassenschaft nicht abgeschlossen ist?
Das sollten Sie nicht selbst entscheiden. Fragen Sie beim zuständigen Notariat nach, was Sie zu welchem Zeitpunkt aus der Wohnung geben dürfen, und halten Sie die Antwort schriftlich fest. Bis dahin ist es klüger, Papiere und Wertgegenstände zu sichern und den Rest stehen zu lassen, auch wenn die Miete weiterläuft.
Was tun mit Fotoalben und Briefen, die niemand haben will?
Warten Sie damit ein halbes Jahr. Viele Angehörige denken im ersten Monat anders darüber als im zweiten Sommer danach. Fotoalben passen meist in zwei Kartons und in fast jeden Keller. Wenn Sie später dabei bleiben, dass niemand sie behalten möchte, nehmen wir sie beim Termin mit dem übrigen Hausrat mit.
Kostenlose Besichtigung vereinbaren
Rufen Sie an oder schreiben Sie uns – Sie erhalten rasch einen Termin und danach Ihren schriftlichen Fixpreis.