Umzug planen: der komplette Wien-Fahrplan
Von der Kündigung bis zum Parkpickerl: So läuft Ihr Umzug entspannt – mit Zeitplan, Kostenüberblick und den Wien-Spezifika, die man kennen muss.
Der Zeitplan: 8 Wochen reichen – wenn man sie nutzt
Die meisten Umzüge scheitern nicht an den Möbeln, sondern am Kalender. Unsere Faustregel aus der Praxis: 8 Wochen vorher Mietvertrag prüfen und kündigen, Umzugsfirma anfragen, aussortieren beginnen. 4 Wochen vorher Kartons besorgen, Keller und Abstellräume packen, Halteverbotszone beauftragen. 1 Woche vorher Kühlschrank leeressen, Handkoffer mit dem Nötigsten packen, Nachbarn informieren. Am Tag danach Zählerstände ablesen und mit der Ummeldung starten.
Die vollständige Liste zum Abhaken finden Sie in unserer interaktiven Umzugsliste.
Was kostet ein Umzug in Wien?
Zur Orientierung: Eine Garçonnière liegt bei uns ab rund € 390, eine 2-Zimmer-Wohnung ab € 690, eine 3-Zimmer-Wohnung ab € 990, größere Wohnungen und Häuser ab € 1.490 bis € 1.990. Entscheidend sind drei Faktoren: Menge (Kubikmeter), Zugänglichkeit (Stockwerk, Lift, Trageweg) und Distanz. Wer bei einem Anbieter nur einen Stundensatz bekommt, sollte nachrechnen: 4 Stunden versprochen, 8 verrechnet – dieses Muster sehen wir leider oft. Deshalb arbeiten wir mit schriftlichen Fixpreisen; mehr dazu auf unserer Preisseite.
Halteverbotszone: das unterschätzte Sparinstrument
Eine Halteverbotszone kostet ab etwa € 140 pro Adresse – und spart oft mehr, als sie kostet. Ohne sie parkt der LKW im Halteverbot zweiter Reihe (Stress und Strafzettel) oder 80 Meter entfernt. 80 Meter klingen harmlos, bedeuten bei 40 Trageeinheiten aber über 6 Kilometer zusätzlichen Fußweg mit Last. In dicht verparkten Bezirken wie dem 15., 16. oder 5. ist die Ladezone praktisch Pflicht. Wir beantragen sie bei der MA 46 und stellen die Tafeln rechtzeitig auf – Sie müssen sich um nichts kümmern.
Altbau ohne Lift: was das wirklich bedeutet
Wiens Charme sind seine Gründerzeithäuser – für Umzugsteams sind sie sportlich: enge, gewundene Stiegen, hohe Stockwerke (ein Wiener Altbau-Stock ist höher als ein Neubau-Stock), schmale Türen. Was hilft: Möbel vorab zerlegen, Tragewege freiräumen, bei sehr sperrigen Stücken über einen Möbellift nachdenken. Bei der Besichtigung sagen wir ehrlich, was wirtschaftlicher ist: mehr Träger oder der Lift.
Nach dem Umzug: die Behördenliste
Innerhalb von 3 Tagen nach Bezug muss die neue Adresse am Meldeamt (MA 62 bzw. jedes Meldeservice) gemeldet werden – mit Meldezettel und Unterschrift der Unterkunftgeberin. Danach: Zulassungsschein fürs Auto, Hauptwohnsitz fürs Parkpickerl, Strom/Gas ummelden, Internet-Anbieter, Banken, Versicherungen, ÖGK. Ein Nachsendeauftrag der Post überbrückt die Übergangszeit zuverlässig.
Der Tag der Wohnungsübergabe
Zählerstände und Fotos
Notieren Sie Strom, Gas und, falls vorhanden, den eigenen Wasserzähler, und fotografieren Sie jeden Stand samt Zählernummer. Machen Sie zusätzlich Bilder von Wänden, Böden und Fenstern, solange die Räume leer und hell sind. Beide Seiten unterschreiben das Protokoll und bekommen ein Exemplar. Ohne diese Bilder steht später Aussage gegen Aussage, und die Abrechnung der letzten Monate zieht sich in die Länge.
Schlüssel zählen
Im Protokoll steht eine Zahl, und die muss stimmen: Wohnungstür, Haustor, Kellerabteil, Postfach, Garage. Nachgemachte Schlüssel gehören dazu, auch der eine bei den Eltern. Fehlt einer, kann das teuer werden; was in Ihrem Fall gilt, steht im Mietvertrag oder sagt Ihnen die Hausverwaltung. Klären Sie das eine Woche vorher und nicht erst beim Termin im Stiegenhaus.
Nicht am selben Tag
Übergabe und Umzug am selben Tag gehen selten gut aus. Sobald sich das Ausräumen um zwei Stunden verschiebt, wartet die Hausverwaltung im halb leeren Vorzimmer. Legen Sie mindestens einen Tag dazwischen, dann bleibt Luft für die letzten Kleinigkeiten. Besteht der Vermieter darauf, dann wenigstens am späten Nachmittag, wenn das Fahrzeug längst weg ist.
So planen Sie die letzte Woche
Sieben Tage vorher ist alles gepackt, was Sie eine Woche lang nicht brauchen. Beschriften Sie die Kartons nach Zielraum und nicht nach Inhalt, dann geht das Abladen in der richtigen Reihenfolge. Den Kühlschrank leeren und abtauen Sie zwei Tage davor, sonst steht am Umzugsmorgen Wasser unter dem Gerät. Das Abklemmen der Waschmaschine vom Wasseranschluss übernehmen wir nicht, dafür brauchen Sie einen Fachbetrieb; die Transportsicherung schrauben Sie am besten selbst ein.
In den letzten vierundzwanzig Stunden packen Sie eine Kiste, die zuletzt ins Fahrzeug und zuerst wieder heraus geht: Werkzeug, Klopapier, Handtücher, Ladegeräte, Bettzeug, ein Satz Kleidung. Am Vorabend gehen Sie zur Halteverbotszone und schauen nach, ob die Tafeln stehen und ob dort Autos parken. Sagen Sie im Altbau der Hausbetreuung Bescheid, damit das Stiegenhaus frei bleibt und niemand ausgerechnet an diesem Morgen den Gang aufwischt.
Häufige Fragen
Wann ist die günstigste Zeit für einen Umzug?
Unter der Woche, vormittags, mitten im Monat. Monatsenden, Freitage und Samstage sind bei allen Firmen zuerst ausgebucht. Wer flexibel ist, bekommt leichter Wunschtermine – und manchmal bessere Preise.
Wie viele Kartons brauche ich?
Faustregel: 15–20 Kartons pro Zimmer, für Bücher eher mehr und kleinere. Wichtig: schwere Sachen in kleine Kartons, leichte in große – und maximal 20 kg pro Karton, sonst leidet der Karton (und der Rücken).
Was darf nicht in den Umzugswagen?
Brennbares wie Gasflaschen, Benzin und größere Mengen Farben/Lacke, außerdem Wertsachen, Dokumente und Schmuck – die reisen am besten persönlich mit Ihnen. Pflanzen und Tiere transportieren Sie ebenfalls besser selbst.
Was mache ich, wenn in der Halteverbotszone Autos stehen?
Am Vorabend kontrollieren, dann bleibt Zeit zum Reagieren. Steht am Morgen trotzdem ein Fahrzeug darin, ist das eine Sache für die Behörde vor Ort und nicht für uns. Bis das geklärt ist, wird weiter vorne geladen, und jeder einzelne Gang wird länger. Genau deshalb zahlt sich der kurze Kontrollgang am Abend davor aus.
Muss ich beim Umzug selbst dabei sein?
Jemand muss aufsperren und am Ende abnehmen, das muss aber nicht der Mieter persönlich sein. Benennen Sie eine Person mit Schlüssel und Telefonnummer, die zumindest in der neuen Wohnung ansprechbar ist. Ohne jemanden vor Ort landen Kartons im falschen Raum, und das Umstellen danach dauert länger als das Abladen selbst.
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