Wie viele Umzugskartons brauche ich?
Die ehrliche Antwort: mehr, als Sie denken. Mit diesen Faustformeln kommen Sie trotzdem genau hin.
Die Grundformel
Pro bewohntem Zimmer 15–20 Kartons, alternativ gerechnet: Wohnfläche in m² × 0,5 = Kartonanzahl. Eine 60-m²-Wohnung braucht also rund 30 Kartons, ein 100-m²-Haushalt 50 und mehr. Singles liegen am unteren, Familien am oberen Ende.
Die Sonderposten
Bücherwände sprengen jede Formel: Ein laufender Meter Bücher füllt etwa einen kleinen Karton – zählen Sie Ihre Regalmeter. Auch Küchen (Geschirr braucht Platz durch Polsterung) und Kinderzimmer (Spielzeug!) schlucken überdurchschnittlich viel.
Lieber zu viele als zu wenige
Zu wenige Kartons heißt am Ende: lose Sackerl, instabile Stapel, doppelte Wege. Leihkartons lösen das Dilemma – was ungenutzt bleibt, geht einfach zurück. Bei uns ab € 3,50 pro Stück inklusive Rücknahme nach dem Umzug.
Rechtzeitig bestellen, platzsparend lagern
Besorgen Sie die Kartons rund drei Wochen vor dem Termin – wer erst am Wochenende davor sucht, nimmt, was übrig ist. Leihkartons liefern wir gefaltet; 40 Stück ergeben flach nur einen kniehohen Stapel hinter der Tür.
Aufgefaltet wird in Etappen: immer nur so viele, wie Sie am selben Abend füllen – leere aufgestellte Kartons verstellen sonst tagelang die Wohnung. Für den Überblick genügt eine Strichliste an der Küchentür: geliefert, gefüllt, noch offen. So merken Sie früh, ob die Menge tatsächlich reicht.
Keller, Dachboden, Balkon: die unterschätzten Mengen
Die Formel rechnet Wohnräume – vergessen wird der Rest. Ein volles Wiener Kellerabteil bringt erfahrungsgemäß fünf bis zehn zusätzliche Kartons, Werkzeug und Christbaumschmuck inklusive. Dachboden, Abstellkammerl und Balkon legen noch einmal nach.
Planen Sie deshalb als Reserve ein:
- Kellerabteil: 5–10 Kartons plus Sperriges wie Ski oder Werkzeugkoffer
- Abstellraum: 3–5 Kartons, meist Vorräte und Putzzeug
- Balkon oder Loggia: 2–4 Kartons, Pflanzen und Kisterl extra
Wer diese Posten vorab durchzählt, erlebt am Packwochenende keine böse Überraschung – und bestellt die Reserve gleich bei der ersten Lieferung mit.
Was Sie neben den Kartons brauchen
Klebeband und Stift
Rechnen Sie mit einer Rolle Paketband auf zwölf bis fünfzehn Kartons, dazu zwei Abroller, damit nicht zwei Leute um einen streiten. Der Boden wird über Kreuz geklebt, nicht nur längs, sonst reißt er im Stiegenhaus auf. Und legen Sie sich drei dicke Marker zurecht: Einer verschwindet immer, einer trocknet ein, mit dem dritten beschriften Sie den Rest zu Ende.
Decken und Folie
Für Möbel brauchen Sie mehr Decken, als Sie glauben: eine pro Kastentür, eine für die Tischplatte, zwei für die Couch. Stretchfolie hält Kommodenschubladen zu, ohne Kleber auf dem Holz zu hinterlassen, und sichert lose Kabel an der Rückseite von Geräten. Wer beides nicht besorgt, wickelt am Umzugstag Handtücher um Kanten und verliert dabei eine halbe Stunde.
Eine Kiste Werkzeug
Akkuschrauber mit geladenem Zweitakku, ein Satz Inbusschlüssel, Zange, Stanleymesser und ein Rollmeter kommen in eine offene Kiste, die bis zuletzt draußen bleibt. Genau dieses Werkzeug wird sonst am Vorabend eingepackt und liegt am Morgen unter zwanzig Kartons. Schrauben von zerlegten Möbeln wandern in beschriftete Beutel, die mit Klebeband direkt an das jeweilige Möbelstück geklebt werden.
Beschriften, damit das Auspacken funktioniert
Nummerieren Sie jeden Karton fortlaufend und schreiben Sie die Nummer auf zwei Seiten, nicht auf den Deckel; im Stapel sieht man den Deckel nie. Zu jeder Nummer notieren Sie auf einem Blatt oder im Telefon in drei Stichworten, was drin ist. Dieses Verzeichnis ist der Unterschied zwischen zehn Minuten Suchen und dem Öffnen von sechs Kartons, nur weil jemand das Ladegerät braucht.
Dazu kommt der Zielraum, und zwar der Raum in der neuen Wohnung, nicht der alte. Wer Schlafzimmer schreibt, obwohl der Inhalt künftig ins Kabinett gehört, trägt die Kiste zweimal. Kleben Sie in der neuen Wohnung an jede Tür ein Blatt mit dem Raumnamen, bevor der erste Karton hereinkommt. Dann stellt jeder ab, ohne zu fragen, und Sie stehen nicht drei Stunden im Vorraum und dirigieren.
Häufige Fragen
Welche Kartongrößen sind sinnvoll?
Zwei Größen genügen: Standard (ca. 60–70 Liter) für das meiste, Bücherkartons (ca. 40 Liter) für alles Schwere. Dazu 2–3 Kleiderkartons für hängende Garderobe – fertig.
Was mache ich mit den Kartons nach dem Umzug?
Leihkartons holen wir zurück, gekaufte lassen sich über Kleinanzeigen weitergeben oder gefaltet ins Altpapier geben. Tipp: 3–4 Stück fürs nächste Kellerprojekt behalten.
Wie viele Kartons brauche ich für ein WG-Zimmer?
Meist 10 bis 15: Kleidung, Bücher, Elektronik und der Anteil an Küche und Bad. Mit vollem Bücherregal eher 20. Ein WG-Zimmer ist damit oft ein Fall für den kleinen Transport – bei uns ab € 99, zwei Träger inklusive. So ist das Zimmer in zwei bis drei Stunden übersiedelt.
Kann ich Bananenschachteln aus dem Supermarkt nehmen?
Für Leichtes wie Bettzeug und Kleidung ja. Sie haben aber offene Griffe an den Seiten, unterschiedliche Höhen und keinen stabilen Deckel, lassen sich also weder sauber stapeln noch gut sichern. Für Bücher und Geschirr nehmen Sie richtige Kartons, ab € 3,50 pro Stück. Gemischte Größen kosten im Laderaum am meisten Platz.
Wann fange ich mit dem Packen an?
Drei Wochen vorher mit allem, was Sie bis zum Termin sicher nicht brauchen: Bücher, Bilder, Winter oder Sommersachen, Keller und Dachboden. Zwei Wochen vorher folgen das Geschirr bis auf ein Gedeck pro Person und die Kleidung bis auf eine Woche. Die letzten drei Tage bleiben für Küche, Bad und die Reste, die immer länger dauern als gedacht.
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