Umzug im Winter
Kalt, früh dunkel – und trotzdem unterschätzt: Der Winter ist eine ausgezeichnete Umzugszeit.
Die Winter-Vorteile
Nebensaison heißt freie Termine und entspannte Planung; wer flexibel ist, verhandelt leichter. Die Kälte hat sogar Vorteile: Niemand überhitzt beim Tragen, und Elektronik verträgt Kälte besser als Hitze.
Worauf zu achten ist
Gehwege und Zufahrt räumen und streuen (Verkehrssicherungspflicht!), Kartons vor Nässe schützen (Folie über offene Ladeflächen), empfindliches Gut – Pflanzen, Flüssigkeiten, Instrumente – nicht stundenlang im kalten LKW lassen. Türen-offen-Phasen kurz halten: Heizkosten und Haustiere danken.
Der Glatteis-Plan B
Bei echtem Eisregen verschieben wir im Zweifel um Stunden oder einen Tag – Sicherheit schlägt Termin, und der Fixpreis bleibt unverändert. Wir beobachten das Wetter aktiv und melden uns rechtzeitig, nicht erst am Morgen.
Das Licht-Fenster: der Winter-Zeitplan
Zwischen Anfang Dezember und Ende Jänner wird es gegen 16 Uhr dunkel – der nutzbare Tag ist gut zwei Stunden kürzer als im Juni. Die Konsequenz: früher starten. Beladen ab 7:30 Uhr, Fahrt zu Mittag, Entladen bis 15:30 Uhr – so passiert das Grobe bei Tageslicht.
Dunkelheit ist beim Tragen mehr als unangenehm: Gehsteigkanten, Stufen und vereiste Stellen sieht man schlecht. Für den Abend bleiben Innenarbeiten – Möbelmontage und Kartonlogistik funktionieren auch bei Kunstlicht tadellos. Stirnlampen für finstere Kellergänge sind übrigens Profi-Standard.
Die Winter-Ausrüstung fürs Haus
Ein Winterumzug braucht eine kleine Extra-Kiste, die am Umzugstag griffbereit steht:
- Streumittel für Gehsteig und Zufahrt – die Pflicht beginnt vor der eigenen Tür
- Flachkartons oder alte Läufer als Nässeschutz im Eingangsbereich und Stiegenhaus
- Türkeile, damit niemand mit vollen Händen an Klinken hantiert
- Handschuhe mit Grip, Ersatzsocken, Thermoskanne
Und ein Detail, das viele vergessen: die Heizung in der neuen Wohnung schon am Vortag aufdrehen – in eine ausgekühlte Wohnung einzuräumen, macht selbst geübten Teams keine Freude – und Sie frieren beim Auspacken noch dazu.
Was Schnee mit der Halteverbotszone macht
Der Schneewall am Randstein
Wenn geräumt wird, landet der Schnee dort, wo sonst geparkt wird, und das ist genau Ihre reservierte Fläche. Eine Halteverbotszone ab € 140 nützt wenig, wenn davor ein knietiefer Wall liegt. Sprechen Sie am Vorabend mit der Hausbetreuung, ob der Streifen vor dem Tor freigehalten werden kann, und rechnen Sie sonst zwanzig Minuten fürs Freischaufeln ein.
Die Strecke bis zum Fahrzeug
Zwischen Haustor und Ladefläche liegen bei nassem Wetter die kritischen Meter. Kartons dürfen dort nicht abgestellt werden, denn nasser Karton verliert innerhalb weniger Minuten seine Stabilität und der Boden reißt beim Anheben aus. Legen Sie eine alte Decke oder ein Stück Sperrholz als Ablage bereit, wenn wirklich einmal etwas kurz stehen muss.
Terrazzo wird zur Rutschbahn
Die Steinstufen und Terrazzoböden in Wiener Altbauten werden bei hereingetragenem Schneematsch tückisch, besonders auf den ausgetretenen Mitten der Stufen. Zwei Rollen Malervlies über Podest und Stiegenlauf kosten wenig und halten den Weg trocken. Die Hausbetreuung ist ohnehin froh darüber, und Sie sparen sich die Diskussion mit den Nachbarn im Erdgeschoss.
Die Vorbereitung bei Frost
Drehen Sie die Heizung in der neuen Wohnung am Vortag auf, auch wenn Sie noch nicht dort schlafen. Kommt Mobiliar in einen Raum mit acht Grad, dauert es Tage, bis Wände und Möbel wieder trocken sind. Lassen Sie außerdem das Restwasser aus Waschmaschine und Geschirrspüler ab und lagern Sie die Schläuche nicht über Nacht im Fahrzeug, denn gefrorenes Wasser im Pumpengehäuse zerstört mehr als der Transport.
Am Tag selbst gilt: Die Haustür bleibt nicht dauerhaft offen, sondern wird zwischen den Gängen zugezogen. Ein ausgekühltes Stiegenhaus bringt Ihnen sonst schon am Vormittag den ersten Besuch von der Nachbarin im zweiten Stock. Nehmen Sie Handschuhe mit Gummierung an den Innenflächen, weil glatte Arbeitshandschuhe auf feuchtem Karton keinen Halt haben, und stellen Sie einen Kübel Streusplitt neben das Tor.
Häufige Fragen
Sind Winterumzüge günstiger?
Oft ja – Jänner und Februar sind die ruhigsten Monate, da sind attraktive Termine und faire Preise leichter zu bekommen als am 30. Juni.
Was ist mit Pflanzen bei Minusgraden?
Kübelpflanzen in Vlies oder Zeitungspapier wickeln, als letzte einladen, erste ausladen – und empfindliche Exoten besser im geheizten eigenen Auto transportieren. Details im Pflanzen-Artikel.
Verträgt Elektronik den frostigen LKW?
Den Transport ja – das Einschalten danach ist der heikle Moment. Kalte Geräte beschlagen in warmen Räumen von innen; Fernseher, Computer und HiFi deshalb nach der Ankunft zwei bis drei Stunden akklimatisieren lassen, bevor der Stecker in die Dose kommt. Akkus von Werkzeug und Laptop überwintern am besten in der warmen Jackentasche.
Bekommen Möbel Kondenswasser, wenn sie aus der Kälte kommen?
Ja, vor allem Glasplatten, Spiegel und lackierte Flächen beschlagen sofort. Der Effekt ist harmlos, solange Sie nichts gleich abwischen und nichts Beschlagenes eng an die Wand stellen. Lassen Sie solche Stücke eine Stunde frei im Raum stehen und öffnen Sie die Kastentüren, dann trocknet alles von selbst. Elektrogeräte schalten Sie erst nach ein paar Stunden ein.
Geht ein Umzug zwischen Weihnachten und Neujahr?
Der Termin selbst ist in dieser Woche meist leicht zu bekommen. Schwieriger sind die Stellen rundherum: Hausverwaltungen, Genossenschaften und Hausbetreuungen arbeiten oft nur an einzelnen Tagen, und ohne Schlüssel oder Freigabe für den Lift steht der beste Termin still. Klären Sie Übergabe und Zugang vor dem 20. Dezember, dann läuft der Rest.
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