Umzug am Wochenende – gute Idee?
Der Samstag ist der beliebteste Umzugstag Österreichs. Genau das ist sein Problem.
Pro Wochenende
Kein Urlaubstag nötig, Helfer haben Zeit, der Sonntag bleibt zum Einrichten. Für Berufstätige mit knappem Urlaubskonto oft die einzige realistische Option – deshalb arbeiten wir selbstverständlich auch samstags und sonntags, ohne Zuschlag.
Contra Wochenende
Samstage (besonders am Monatsende) sind zuerst ausgebucht – wer spät anfragt, verliert die Terminwahl. Ämter und viele Hausverwaltungen sind zu: Übergaben mit Verwaltung und Behördenwege brauchen ohnehin den Werktag. Und in manchen Häusern regelt die Hausordnung Lärmzeiten am Wochenende strenger.
Der Geheimtipp: Dienstag bis Donnerstag
Wochenmitte heißt: freie Terminwahl, entspannter Verkehr, Verwaltung erreichbar, Handwerker verfügbar falls etwas hakt. Wer einen Urlaubstag investieren kann, bekommt den ruhigsten Umzug – und die beste Chance auf kurzfristige Wunschtermine.
So sichern Sie den Wunsch-Samstag
Samstage vergibt der Kalender nach dem Windhund-Prinzip. Wer einen bestimmten braucht, bucht vier bis sechs Wochen vorher – am Monatsende eher sechs. Flexibilität beim Startfenster hilft: Ein Beginn um 12 Uhr statt um 7 macht oft einen zweiten Umzug am selben Tag möglich und damit Ihren Wunschtermin frei.
Auch die Jahreszeit spielt mit: Samstage im November oder Februar sind deutlich leichter zu bekommen als im Juni oder September. Wer beides kombiniert – Nebensaison plus Monatsmitte – bekommt praktisch jeden Samstag, den er will.
Was am Freitag erledigt sein muss
Am Wochenende schlafen die Institutionen – also gehören diese drei Dinge fix auf die Freitags-Liste, bevor um 17 Uhr die Büros schließen:
- Hausverwaltung: Lift reservieren, Schutzverkleidung und Stiegenhaus-Freigabe anfordern – Montag ist zu spät
- Bargeld beheben und Material-Reserven (Klebeband, Decken) besorgen – Sonntag hat der Baumarkt zu
- Zweitschlüssel für Helfer organisieren und offene Fragen mit dem Vermieter klären
Wer das verschiebt, steht Samstag um 8 Uhr vor verschlossenen Türen und stummen Anrufbeantwortern – und verliert die erste Stunde des Tages.
Wie sich der Samstag draußen auf der Gasse bemerkbar macht
Märkte und gesperrte Gassen
Rund um Brunnenmarkt, Karmelitermarkt oder Naschmarkt ist der Samstagvormittag die dichteste Zeit der Woche. Zufahrten sind belegt, Lieferfahrzeuge stehen doppelt, und die letzten dreißig Meter vor dem Haustor werden zur Geduldsprobe. Wer in so einer Lage wohnt, gewinnt mit einem Werktagstermin mehr Zeit als mit jeder Optimierung im Packen.
Der Lift ist besetzt
Im Gemeindebau und in größeren Wohnhausanlagen ist am Samstag jeder daheim. Der Lift fährt mit Einkaufswägen, Kinderwägen und Besuch, und Ihr Team wartet mit einem Kasten im Gang. Ein Aushang zwei Tage vorher mit Datum und Uhrzeit hilft mehr, als man glaubt, weil die Nachbarn dann kurz warten statt sich zu ärgern.
Übergabe am Wochenende
Hausverwaltungen, Genossenschaften und Makler machen Wohnungsübergaben fast ausschließlich werktags. Wenn Sie am Samstag übersiedeln, findet die Übergabe der alten Wohnung meist erst am Montag oder Dienstag statt. Das ist kein Problem, solange Sie es einplanen und die Wohnung bis dahin nicht mehr betreten müssen, weil noch etwas im Keller steht.
Ein Samstag, sinnvoll eingeteilt
Realistisch ist ein Start um halb acht. Bis neun ist das Fahrzeug an der Halteverbotszone und die ersten Kartons unten, bis elf sind Kartons und Kleinmöbel verladen, danach kommen Kästen und Betten. Eine Zwei-Zimmer-Wohnung ist damit gegen Mittag ausgeräumt, das Einräumen in der neuen Wohnung läuft bis in den frühen Nachmittag. Wer erst um zehn beginnt, arbeitet am Ende im Dunkeln.
Legen Sie die Pause bewusst fest, statt sie zu verschieben. Nach dem Verladen und vor der Fahrt ist der richtige Moment, weil danach ohnehin gefahren wird. Halten Sie in dieser Zeit Wasser bereit, im Sommer deutlich mehr, als Sie schätzen. Und planen Sie den Samstagabend leer: Der Anspruch, gleich alles einzuräumen, kostet mehr Kraft, als der erste Abend in der neuen Wohnung wert ist.
Häufige Fragen
Kostet der Samstag bei euch Aufschlag?
Nein – gleicher Fixpreis an allen sieben Tagen. Nur früh buchen sollte man Samstage: vier Wochen Vorlauf sind am Monatsende das Minimum.
Darf man sonntags übersiedeln?
Grundsätzlich ja – Lärmrücksicht gilt aber besonders: keine Bohrmaschine um 8 Uhr, Stiegenhaus-Rücksicht, Nachbarn vorwarnen. Wir arbeiten sonntags bewusst „leise organisiert“.
Welcher Samstag im Monat ist am entspanntesten?
Der zweite und dritte: Die Monatsend-Welle ist vorbei, die nächste noch nicht angerollt. Termine sind freier wählbar, und auch die Bewilligung der Halteverbotszone läuft in der Monatsmitte spürbar flotter durch. Wenn Ihr Mietvertrag Spielraum lässt, legen Sie Übergabe und Umzug bewusst zwischen den 8. und den 20. des Monats.
Was mache ich, wenn die Übergabe erst am Montag stattfindet?
Das ist der Normalfall bei einem Samstagstermin und meist unproblematisch. Achten Sie darauf, dass am Samstag wirklich alles draußen ist, auch aus Keller und Dachboden, weil eine zweite Anfahrt für drei Kisten unverhältnismäßig ist. Die Schlüssel behalten Sie bis zur Übergabe, das Übergabeprotokoll unterschreiben Sie erst dort.
Ist der Freitagnachmittag eine Alternative zum Samstag?
Für kleine Übersiedlungen ja, für große eher nicht. Ab etwa vierzehn Uhr wird es in Richtung Stadtgrenze und auf dem Gürtel zäh, und eine Drei-Zimmer-Wohnung braucht mehr Stunden, als der Nachmittag hergibt. Für eine Garçonnière oder einzelne Möbelstücke ist der Freitagnachmittag dagegen gut geeignet.
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