Teppich transportieren: rollen statt falten
Ein gefalteter Teppich merkt sich jede Kante jahrelang. Rollen dauert zwei Minuten und erspart den Ärger.
Richtig rollen
Mit dem Flor nach innen rollen (schützt die Oberfläche), bei empfindlichen oder alten Stücken mit dem Flor nach außen (schont das Grundgewebe – beim Perser fragen Sie im Zweifel den Fachmann). Fest rollen, an zwei, drei Stellen verschnüren, fertig.
Verpacken und lagern
Für Transport reicht die Schnur; für Zwischenlagerung kommt Packpapier oder Vlies darum – keine luftdichte Folie über Wochen, darunter schimmelt es. Liegend transportieren und lagern, nichts Schweres darauf stapeln.
Der ideale Zeitpunkt für die Reinigung
Ein Umzug ist der perfekte Anlass: Teppich direkt zur Reinigung geben und erst in die neue Wohnung liefern lassen – frisch, sauber und ohne doppeltes Schleppen. Für Wien nennen wir auf Wunsch bewährte Betriebe.
Vor dem Rollen: saugen und ausklopfen
Rollen Sie niemals den Staub von Jahren mit ein: beide Seiten gründlich absaugen, robuste Stücke zusätzlich ausklopfen – im Wiener Innenhof an der Teppichstange, wo es sie noch gibt, und bitte zu den in der Hausordnung erlaubten Zeiten.
Feuchte oder frisch behandelte Teppiche müssen vor dem Rollen vollständig trocknen, sonst arbeiten Geruch und Stockflecken in der Rolle weiter. Prüfen Sie bei der Gelegenheit die Kanten: Lose Fransen vorher kurz verknoten, sie verhaken sich sonst beim Tragen. Zehn Minuten Vorarbeit, die man beim Ausrollen sieht und riecht.
Ankunft: ausrollen, beschweren, richtig ausrichten
Am Zielort wird der Teppich möglichst noch am selben Tag ausgerollt – je länger die Rolle steht, desto hartnäckiger die Wellen. Wölbungen verschwinden unter Bücherstapeln binnen ein, zwei Tagen; hartnäckige Ecken beschweren Sie über Nacht.
Die Antirutschunterlage schneiden Sie rundum zwei bis drei Zentimeter kleiner zu als den Teppich. Profi-Detail: Die Florrichtung verändert die Farbwirkung – vom Fenster aus betrachtet wirkt derselbe Teppich heller oder dunkler. Erst drehen und schauen, dann die Möbel daraufstellen. Gegen Druckstellen unter schweren Möbelfüßen helfen später kleine Filzuntersetzer.
Warum alte Teppiche anders behandelt werden
Handgeknüpft oder maschinell
Ein handgeknüpfter Perser hat eine Kette aus Baumwolle oder Seide und verträgt das Rollen in Florrichtung problemlos. Ein maschinell gefertigter Teppich mit steifem Rücken bricht dagegen leichter, wenn er zu eng gerollt wird. Faustregel: Je älter und weicher das Stück, desto dünner darf die Rolle sein. Bei einem steifen Rücken nehmen Sie lieber einen dickeren Kern und riskieren die zusätzliche Länge.
Latexrücken bröselt
Teppiche mit Schaum- oder Latexrücken werden nach fünfzehn bis zwanzig Jahren spröde und lösen sich beim Bewegen in Krümel auf. Wenn beim Anheben eine Ecke Staub verliert, der sich wie Gummi anfühlt, ist das Stück am Ende seines Lebens. Rollen Sie es trotzdem, aber in eine alte Decke, sonst liegt der Bruch als feiner Belag im ganzen Fahrzeug.
Motten reisen mit
Wollteppiche, die jahrelang unter einem Kasten lagen, tragen oft Mottenlarven im Flor, sichtbar als kahle Stellen an der Unterseite und feine Gespinste. Nehmen Sie so ein Stück nicht ungeprüft in die neue Wohnung mit, sonst haben Sie das Problem dort auch. Bei starkem Befall entscheidet man besser gleich, ob sich der Aufwand überhaupt noch lohnt.
So liegt die Rolle sicher im Fahrzeug
Eine Teppichrolle gehört als Erstes ins Fahrzeug, an die Seitenwand, und wird dort mit einem Spanngurt gehalten. Legen Sie nie Kartons quer darüber, denn der Druck an einer einzigen Stelle erzeugt genau die Knickfalte, die Sie durch das Rollen vermeiden wollten. Steht die Rolle aufrecht, sichern Sie sie oben zusätzlich, weil sie beim Bremsen kippt und dabei alles mitnimmt, was daneben steht.
Zu zweit tragen Sie die Rolle an den Enden, nicht in der Mitte, sonst hängt sie durch und schleift über die Stufen. In engen Altbaustiegen mit Kehre führt die Person unten, weil sie den Radius sieht. Vor der Wohnungstür lohnt ein kurzer Blick auf die Schwelle, denn eine Rolle mit einem Meter Durchmesser kippt beim Absetzen leicht gegen den Türstock. Sie kurz auf dem Podest abzulegen ist besser, als sie im Gang stehen zu lassen.
Häufige Fragen
Wie transportiert man einen sehr großen oder schweren Teppich?
Zu zweit an beiden Enden der Rolle, über der Schulter – nie ziehen oder knicken. Ab Zimmergröße und echtem Gewicht ist das Trägerarbeit; im Umzug ist sie selbstverständlich inkludiert.
Was ist mit dem alten Teppichboden (verklebt)?
Verklebte Böden herauszureißen ist Entrümpelungs-, nicht Umzugsarbeit – machen wir aber ebenfalls: Stichwort Wohnungsräumung, inklusive Abtransport.
Könnt ihr den Teppich gleich unter die Möbel legen?
Ja – sagen Sie es dem Team einfach vor dem Abladen: Wir rollen den Teppich aus, richten ihn aus und stellen Sofa und Kästen direkt darauf. Nachträglich einen Teppich unter ein volles Wohnzimmer zu schieben, ist dagegen eine mühsame Zwei-Personen-Übung. Gleiches gilt übrigens für Läufer im Vorzimmer.
Was mache ich mit einem Teppich, der feucht geworden ist?
Nicht rollen. Ein feuchter Wollteppich schimmelt in der Rolle innerhalb weniger Tage und riecht danach dauerhaft. Legen Sie ihn flach aus, wenden Sie ihn nach einigen Stunden und lassen Sie Luft von unten daran, etwa über zwei Sesseln. Erst wenn die Unterseite trocken ist, wird gerollt und transportiert.
Wie lange darf ein Teppich gerollt bleiben?
Für ein paar Wochen passiert nichts. Über Monate hinweg setzt sich der Flor an der Innenseite der Rolle, und die Rückkehr in die flache Form dauert dann Wochen. Wenn ein Teppich länger liegen bleibt, rollen Sie ihn alle zwei Monate einmal auf und in die andere Richtung wieder ein.
Kostenlose Besichtigung vereinbaren
Rufen Sie an oder schreiben Sie uns – Sie erhalten rasch einen Termin und danach Ihren schriftlichen Fixpreis.