Der Nachsendeauftrag
Das Sicherheitsnetz für vergessene Absender – richtig eingesetzt fängt es monatelang alles ab.
Einrichten: wann und wie
Online auf post.at in fünf Minuten, idealerweise eine Woche vor dem Umzug (Vorlaufzeit!). Varianten für 6, 12 oder 24 Monate – für normale Umzüge reichen 6, nach Jahrzehnten am alten Ort lieber 12. Kosten: je nach Dauer rund € 30–60; gut investiert.
Was er kann – und was nicht
Nachgesendet werden adressierte Briefe und die meisten Sendungen; NICHT: unadressierte Werbung, manche Behörden- und RSa/RSb-Briefe (Zustellung an Abgabestelle!), Pakete mancher Fremddienste. Heißt: Der Auftrag ist Netz, nicht Ersatz für echte Adressänderungen – gerade bei Behörden und Banken.
Die Absender-Strategie
Jede nachgesendete Sendung (gelber Kleber!) ist eine To-do-Erinnerung: Absender notieren, Adresse dort ändern, abhaken. Wer das konsequent macht, hat nach zwei Monaten Ruhe – die systematische Liste dazu: Adressänderungs-Checkliste.
Namensschild und Briefkasten: die halbe Zustellung
Der beste Nachsendeauftrag hilft wenig, wenn die Post am neuen Wohnort niemanden findet: Zusteller ordnen nach Namen – ein unbeschriftetes Postkastl bedeutet im Zweifel „Empfänger nicht ermittelbar“ und Rücklauf an den Absender. Beschriften Sie deshalb Briefkasten, Klingel und Türschild am besten noch am Einzugstag, mit allen Nachnamen des Haushalts.
In vielen Wiener Häusern macht das die Hausverwaltung oder der Hausbetreuer mit einheitlichen Schildern – kurz anfragen; provisorisch hilft solange ein sauber beschrifteter Klebestreifen. Unscheinbar, aber erfahrungsgemäß eine der wirksamsten Maßnahmen der ganzen Umzugspost.
Die alte Adresse sauber hinterlassen
Auch am alten Wohnort gibt es Postpflege: Entfernen Sie beim Auszug Ihr Namensschild von Kastl und Klingel – solange Ihr Name dort steht, wird munter weiter eingeworfen, und die Sendungen liegen im Niemandsland.
Hilfreich ist ein kurzer, freundlicher Draht zum Nachmieter: Er kann Irrläufer mit dem Vermerk „verzogen“ zurück in den Kasten geben – mehr braucht es nicht, und mehr darf es auch nicht sein, denn fremde Post zu öffnen ist tabu und strafbar. Wichtige Absender, die weiterhin alt adressieren, stellen Sie danach gezielt um.
Die Fehler, an denen Sendungen scheitern
Der Name ist zu kurz
Nachgesendet wird nur, was auf den hinterlegten Namen passt. Steht dort Maier und auf dem Kuvert Mayer, kommt die Sendung zurück. Dasselbe gilt für Doppelnamen nach einer Heirat, für Zusätze wie Dr. und für Firmenpost an einen Einzelunternehmer. Führen Sie jede Schreibweise an, die auf Ihren Briefen tatsächlich vorkommt, auch die falschen, die sich eingebürgert haben.
Pakete sind keine Briefe
Der Auftrag der Post betrifft die Sendungen der Post. Was ein privater Zustelldienst bringt, läuft völlig getrennt davon und landet weiter an der alten Adresse oder in einer Abholstation im alten Bezirk. Ändern Sie die Lieferadresse deshalb in jedem Onlineshop einzeln, besonders dort, wo eine Abholstation als Standard gespeichert ist.
Zu spät gestartet
Ein Auftrag wirkt erst ab dem Tag, an dem er läuft, rückwirkend gar nicht. Wer ihn am Umzugstag einrichtet, verliert die Post der ersten Tage, und genau darin steckt erfahrungsgemäß die Rechnung mit Frist. Erkundigen Sie sich bei der Post nach Vorlaufzeit, Dauer und Kosten, diese Angaben ändern sich und sollten aus erster Hand kommen.
Der Adressen-Durchgang in einer Stunde
Setzen Sie sich mit dem Kontoauszug der letzten zwölf Monate hin und gehen Sie ihn Zeile für Zeile durch. Jede Abbuchung ist ein Absender, der Ihre Adresse gespeichert hat, und diese Liste ist vollständiger als jede Erinnerung. Schreiben Sie die Namen untereinander und haken Sie ab, sobald die Adresse geändert ist. Ergänzen Sie danach, was ohne Abbuchung läuft: Arzt, Zahnarzt, Schule, Verein, Bibliothek, Autowerkstätte.
Arbeiten Sie die Liste in drei Wellen ab. Zuerst alles, wo eine Frist oder Geld hängt, also Bank, Versicherung, Arbeitgeber, laufende Verträge. Dann die Stellen, die von sich aus Post schicken, etwa Ärzte und die Schule der Kinder. Zuletzt Kataloge und Vereine, die dürfen ruhig ein paar Wochen nachhinken. Was mit den behördlichen Wegen zusammenhängt, klären Sie direkt bei der zuständigen Stelle, dort bekommen Sie die aktuell gültige Auskunft.
Häufige Fragen
Funktioniert der Auftrag auch für WG-Mitglieder einzeln?
Ja – er läuft pro Person/Name, nicht pro Wohnung. In WGs stellt jede:r Ausziehende einen eigenen; Familien decken mit einem Auftrag alle Namensgleichen ab.
Was passiert nach Ablauf?
Sendungen gehen mit „verzogen“ zurück an Absender – deshalb vor Ablauf die Nachsende-Frequenz prüfen: Kommt noch regelmäßig Gelbes, verlängern oder die letzten Absender gezielt umstellen.
Kommt nachgesendete Post langsamer an?
Ja, rechnen Sie mit ein bis zwei zusätzlichen Werktagen – die Sendung macht schließlich einen Umweg über die Umleitung. Für Alltagspost ist das egal, bei Fristsachen nicht: Bank-Codes, Behördenstücke und Vertragskündigungen sollten deshalb möglichst bald direkt an die neue Adresse gehen. Der Nachsendeauftrag bleibt das Netz darunter, nicht der Hauptweg.
Was mache ich mit Post für den Vormieter?
Werfen Sie nichts weg und öffnen Sie nichts. Schreiben Sie auf das Kuvert, dass der Empfänger unter dieser Adresse nicht mehr wohnt, und geben Sie es wieder in einen Briefkasten der Post. Häuft sich solche Post trotzdem, hilft ein Hinweis an der Hausverwaltung, weil dort oft bekannt ist, wohin die Person gezogen ist.
Woran merke ich, dass eine Adresse noch nicht umgestellt ist?
An den nachgesendeten Sendungen selbst. Sie tragen einen Aufkleber oder Vermerk der Post und verraten damit, welcher Absender noch die alte Anschrift hat. Legen Sie diese Kuverts einen Monat lang auf einen eigenen Stapel und arbeiten Sie ihn dann ab. So finden Sie genau die Stellen, die auf Ihrer Liste gefehlt haben.
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