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Ratgeber

Möbel vor Kratzern schützen

Kratzer entstehen in Sekunden – an Möbeln, Türstöcken und im Stiegenhaus. Die Profi-Ausrüstung dagegen ist simpel.

Die Schutzschichten

Möbeldecken gegen Stöße, darüber Stretchfolie als Fixierung und Schmutzschutz – das Standard-Sandwich für jedes empfindliche Stück. Kanten und Füße bekommen extra Kartonwinkel; Glastüren werden abgeklebt oder ausgehängt.

Wohnung und Stiegenhaus schützen

Türstöcke mit Kantenschutz oder Decke, enge Kurven auspolstern, Laufwege mit Vlies oder Karton auslegen – schützt Parkett und Marmorstufen und erspart Diskussionen mit der Hausverwaltung. Bei uns Standard-Equipment.

Tragen statt schieben

Die meisten Kratzer entstehen beim „nur kurz Rutschen“ über den Boden. Richtig: anheben, mit Tragegurten oder Möbelrollern bewegen, langsam absetzen. Filzgleiter für die neue Wohnung gleich mitbestellen – die erste Woche ist die gefährlichste.

Sonderfälle: Hochglanz, Massivholz, Stein

Hochglanzfronten vertragen keine Stretchfolie direkt auf der Oberfläche – unter Druck und Wärme zeichnet sich die Folie ab. Richtig: erst ein weiches Vlies oder eine Decke, dann Folie als äußere Fixierung. Dasselbe gilt für geölte Massivholzplatten.

Stein- und Marmorplatten werden wie Glas behandelt: hochkant tragen und transportieren, nie flach – liegend bricht die Platte unter dem eigenen Gewicht beim ersten Schlagloch. Empfindliche Metallgriffe und Zierleisten vorher abschrauben oder dick auspolstern; sie sind die ersten Kontaktpunkte an jedem Türstock. Steinplatten hebt man übrigens an den Längsseiten, nie an den Ecken.

Wetter am Umzugstag: Regen und Hitze einplanen

Bei Regen saugen sich Möbeldecken voll und geben die Nässe ans Furnier weiter – dann kommt die Folie als äußerste Schicht darüber, nicht darunter. Zusätzlich hilft ein trockener Übergaberaum im Haus, wo Stücke kurz zwischenstehen können.

Im Hochsommer wird Folie zur Falle: Unter praller Sonne staut sich Hitze, Furnierleim und Polsterstoffe leiden. Deshalb kurze Standzeiten planen und den LKW so nah wie möglich an den Eingang bringen – die Halteverbotszone direkt vor dem Haus organisieren wir für jeden Termin mit. Ein Blick auf den Wetterbericht gehört fix zur Umzugsplanung.

Wo Schäden im Altbau wirklich entstehen

Türstock und Zarge

Die meisten Schäden passieren nicht am Möbel, sondern am Türstock. Wiener Altbautüren sind schmal, und ein Kasten geht oft nur schräg durch. Zwei Lagen Wellpappe mit Malerband auf beide Zargenseiten geklebt, dazu eine Schaumstoffrolle auf der Kante, verhindern die typische weiße Schramme im Lack. Das Band ziehen Sie am selben Tag wieder ab, sonst hinterlässt es Rückstände.

Handlauf, Podest, Kehre

Im Stiegenhaus sind die gefährlichen Stellen die Kehre am Podest und der schmiedeeiserne Handlauf. Beim Drehen kommt die Möbelkante von unten an den Handlauf, und dann ist die Delle drin. Wer trägt, sollte an jeder Kehre kurz absetzen statt durchzuziehen. Bei Marmorstufen im Zinshaus lohnt eine alte Decke auf der ersten Stufe, weil dort jeder Karton abgestellt wird.

Die letzten drei Meter

Auffällig oft entsteht der Kratzer erst in der neuen Wohnung, wenn das Möbel schon fast steht und jemand es noch zehn Zentimeter zurechtrückt. Genau dann liegt die Decke bereits am Boden statt unter dem Kasten. Filzgleiter gehören deshalb vor dem Hinstellen unter die Füße, nicht danach. Bei Parkett hilft zusätzlich ein Stück Teppichrest, auf dem sich schwere Stücke drehen lassen.

Die Runde vor dem ersten Möbelstück

Bevor irgendetwas getragen wird, gehen Sie den Weg einmal leer ab, so wie ihn ein Kasten nehmen muss. Dabei fallen die Engstellen auf: eine Garderobe im Vorzimmer, ein Fahrrad im Stiegenhaus, der Blumentopf am Podest. Alles, was Sie in dieser Runde wegräumen, muss später niemand mit einer Last in den Händen umgehen. Fünf Minuten dafür sparen am Ende deutlich mehr, weil jedes Ausweichen ein Anecken riskiert.

Fotografieren Sie danach die empfindlichen Stellen im Stiegenhaus, bevor gearbeitet wird: den Handlauf, die Wand neben der Wohnungstür, den Boden im Eingangsbereich. Wenn die Hausbetreuung später eine Schramme beanstandet, die schon vorher da war, haben Sie den Zeitstempel. Fotografieren Sie ebenso die Rückseiten und Kanten teurer Möbel, weil dort fast immer schon etwas ist, das man erst beim genauen Hinsehen bemerkt.

Häufige Fragen

Was passiert, wenn doch ein Kratzer entsteht?

Sofort gemeinsam dokumentieren und im Übergabeprotokoll festhalten. Kleine Furnierschäden richtet oft ein Retuschierstift; bei mehr regeln wir die Abwicklung unbürokratisch.

Bringt ihr das Schutzmaterial mit?

Ja, komplett: Decken, Folie, Gurte, Kantenschutz, Bodenvlies – im Umzugspreis inbegriffen. Für Selbst-Transporte verleihen wir Decken auf Anfrage.

Wer haftet für Kratzer im Stiegenhaus?

Grundsätzlich der Verursacher – bei einem Umzug in Eigenregie also Sie gegenüber der Hausverwaltung. Fotografieren Sie das Stiegenhaus deshalb vor dem Umzug, das erspart Diskussionen über Altschäden. Arbeiten wir für Sie, deckt unsere Betriebshaftpflicht solche Fälle; gemeldet wird noch am selben Tag. So bleibt das Verhältnis zur Hausverwaltung entspannt.

Kann man Kratzer im Furnier selbst ausbessern?

Bei Furnier und lackierten Flächen bringen Retuschierstifte in passender Holzfarbe erstaunlich viel, solange die Schicht nicht durchgestoßen ist. Bei massivem Holz lässt sich eine flache Druckstelle oft mit einem feuchten Tuch und Bügeleisen anheben. Hochglanz ist die Ausnahme: Dort ist eine Politur Sache eines Tischlers, weil falsches Schleifen die Fläche matt macht.

Wie schützt man einen Spiegel oder eine Glasplatte?

Glas wird stehend transportiert, nie liegend, weil es liegend bei jeder Unebenheit durchschwingt. Kleben Sie eine Lage Karton auf beide Seiten, wickeln Sie eine Decke darum und sichern Sie die Kanten zusätzlich mit Schaumstoffprofilen. Im Fahrzeug steht die Platte hochkant an der Seitenwand, verzurrt, und nicht zwischen zwei Kästen, die sich beim Bremsen bewegen.

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