Kleiderschrank und Garderobe umziehen
Hängend bleibt hängend: Mit den richtigen Handgriffen ist die Garderobe in einer Stunde übersiedelt – knitterfrei.
Der Kleiderkarton: hängend reisen
Kleiderkartons haben eine Stange – Sakkos, Kleider und Hemden wandern samt Bügel direkt hinein und am Zielort zurück in den Schrank. Kein Falten, kein Bügeln. Zwei bis drei Stück genügen für die meisten Haushalte; bei uns leihweise dabei.
Der Müllsack-Trick für den Rest
Für robuste Alltagskleidung: 10–15 Bügel bündeln, großen Müllsack von unten über die Kleidung stülpen, oben bei den Haken zubinden – fertig ist das Transport-Paket. Schnell, gratis, erstaunlich wirksam.
Schubladen und Gefaltetes
Gefaltetes bleibt gefaltet: In Kartons schichten oder gleich in Koffern und Reisetaschen transportieren – die müssen ohnehin mit. Schubladen leichter Kommoden können oft gefüllt bleiben; das entscheidet der Träger nach Gewicht.
Und der Schrank selbst?
Zerlegbare Schränke bauen wir ab und drüben wieder auf; beim Schwebetürenschrank gehört das in Profihände (Führungsschienen!). Alte Furnier-Riesen überleben manchmal keinen zweiten Abbau – das sagen wir ehrlich vor dem ersten Schraubendreher.
Schuhe, Taschen und Accessoires
Die Garderobe endet nicht bei den Bügeln: Schuhe paarweise in Papier wickeln oder in ihre Originalschachteln, Sohle an Sohle in mittlere Kartons – nie lose obenauf, sie verkratzen einander und alles darunter. Stiefel mit Papier ausstopfen, damit der Schaft nicht knickt.
Handtaschen behalten ihre Form mit einer Füllung aus Socken oder Seidenpapier, Gürtel werden gerollt, Krawatten reisen im Karton flach übereinander. Schmuck und Uhren gehören grundsätzlich ins Handgepäck – nicht aus Misstrauen, sondern weil Kleinteile in großen Kartons schlicht verschwinden. Ein Nummernvermerk auf jedem Schuhkarton hilft beim Wiederfinden.
Aussortieren, bevor der Schrank fällt
Kein Zeitpunkt ist ehrlicher als der Griff zum letzten Bügel: Was zwei Winter nicht getragen wurde, zieht selten noch einmal um. Wer vor dem Abbau aussortiert, spart Kartons, Trägerzeit – und drüben den Platz im neuen Schrank.
Gut erhaltene Stücke nehmen Second-Hand-Läden und karitative Einrichtungen in ganz Wien; für den Rest genügt der Altkleider-Weg. Faustregel aus der Praxis: Ein Drittel weniger Garderobe bedeutet einen ganzen Kleiderkarton weniger – und der Schrank drüben wirkt wie neu eingerichtet. Am besten bringen Sie die Sachen noch vor dem Packwochenende hin.
Empfindliche Stücke und was sie brauchen
Leder und Wolle
Leder mag keine Plastiksäcke. Sitzt eine Jacke zwei Tage luftdicht verpackt im Karton, schlägt sie an den Falten weiß aus, und die Stelle bleibt oft sichtbar. Wolle wiederum reist besser in einer verschlossenen Kiste, weil Motteneier meist schon im alten Kasten sitzen und die neue Wohnung sie sonst gleich mitbekommt. Beide Gruppen packen Sie getrennt und öffnen sie am Zielort zuerst.
Anzüge und Sakkos
Ein Sakko verliert seine Form an der Schulter, nicht am Ärmel. Deshalb reist es hängend oder gar nicht: entweder im Kleiderkarton an der Stange oder flach über einer gefalteten Decke, mit dem Kragen nach oben. Zusammengelegt in einer Kiste kommt es mit einer Kante an, die kein Bügeleisen wieder herausbringt. Zwei Anzüge pro Bügel sind einer zu viel.
Roben und Brautkleider
Lange Kleider mit Tüll oder Perlenstickerei gehören nicht in den Kleiderkarton, weil sie unten aufsetzen und der Saum das ganze Gewicht trägt. Legen Sie sie flach, mit säurefreiem Seidenpapier zwischen den Lagen, und nehmen Sie sie im eigenen Auto mit. Dasselbe gilt für jedes Stück, an dem Erinnerungen hängen und für das es keinen Ersatz gibt.
Die letzte Woche vor dem Termin
Sieben Tage vorher wandert alles in Kartons, was Sie in dieser Jahreszeit sicher nicht anziehen. Fünf Tage vorher folgt der Rest bis auf eine Woche Wäsche, drei Paar Schuhe und eine Jacke. Diese Reste kommen in eine Reisetasche, nicht in einen Umzugskarton, und die Tasche bleibt bis zuletzt griffbereit im Vorraum stehen. Am Vorabend ist der Kasten leer und lässt sich in Ruhe zerlegen.
Waschen Sie in den letzten zwei Tagen nichts mehr. Feuchte Wäsche riecht in einem geschlossenen Karton nach vierundzwanzig Stunden streng, und in der neuen Wohnung wird selten sofort ausgepackt. Was am Umzugstag noch auf dem Wäscheständer hängt, kommt lose in einen Sack und wird am Zielort als Erstes wieder aufgehängt. Bügeln Sie erst in der neuen Wohnung, sonst tragen Sie dieselbe Arbeit zweimal.
Häufige Fragen
Was kostet ein Kleiderkarton?
Als Leihkarton bei uns rund € 24 inklusive Rücknahme – gemessen an einer Reinigungsrechnung für zerknitterte Anzüge ein Schnäppchen.
Saisonkleidung schon vorher wegpacken?
Unbedingt: Winter- oder Sommergarderobe lässt sich Wochen vorher in Kartons oder Vakuumbeutel packen – das entzerrt den Endspurt spürbar.
Lohnen sich Vakuumbeutel für den Umzug?
Für Daunenjacken, Bettdecken und Saisonware ja – sie halbieren das Volumen locker. Aber: Hemden und Sakkos kommen zerknittert heraus, und prall gesaugte Beutel sind rutschig zu stapeln. Also nur für Unempfindliches verwenden und die Beutel in Kartons packen, nicht lose in den LKW legen. Die Beutel überleben mehrere Anwendungen problemlos.
Wie viele Kleiderkartons brauche ich für einen Zweimeterkasten?
Ein üblicher Kleiderkarton fasst etwa fünfundfünfzig bis sechzig Zentimeter Stangenlänge, dicht gehängt. Ein Zweimeterkasten mit durchgehender Stange braucht also drei bis vier Stück, bei Wintermänteln eher vier. Das Gefaltete aus den Fächern zählt extra und passt gut in normale Kartons, weil Kleidung leicht ist und der Karton dadurch nicht zu schwer wird.
Wie verhindere ich, dass Kleidung im Karton muffelt?
Nur trockene Wäsche einpacken, den Karton nicht bis unter den Deckel stopfen und ihn am Zielort innerhalb von zwei Tagen öffnen. Wenn zwischen Auszug und Einzug mehr Zeit liegt, lassen Sie die Kartons offen stehen statt zugeklebt. Ein Stück Kernseife zwischen den Lagen hilft gegen Gerüche zuverlässiger als jedes Duftsäckchen.
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