Kartons nach dem Umzug loswerden
Der Umzug ist geschafft – und die Wohnung voller leerer Kartons. Vier Wege, sie sinnvoll loszuwerden.
Weg 1: Zurückgeben
Leihkartons (wie unsere) holen wir nach dem Auspacken einfach wieder ab – der ökologischste und bequemste Weg. Termin ausmachen, gefaltet bereitstellen, fertig.
Weg 2: Weitergeben
Gebrauchte Kartons sind gefragt: Kleinanzeigen („zu verschenken“), das Schwarze Brett im Haus oder der Kollege mit dem nächsten Umzug. Gut erhaltene Kartons überleben locker drei Übersiedlungen.
Weg 3: Altpapier – richtig
In Wien: gefaltet in die Altpapiertonne; größere Mengen nimmt die Stadt Wien an. Bitte nicht neben volle Container stapeln – das gilt als illegale Ablagerung und kann Strafen kosten (auch wenn es ordentlich aussieht).
Warum nicht einfach in den Keller?
Der Klassiker: „Die heben wir auf.“ Fünf Jahre später sind es feuchte Staubfänger und Brandlast, die bei der nächsten Kellerentrümpelung ohnehin mitgehen. Drei, vier Stück fürs Lagern behalten – der Rest geht besser jetzt.
Die Falt-Routine beim Auspacken
Der Kartonberg wächst nicht beim Umzug, sondern beim Auspacken – wenn niemand eine Routine hat. Bewährt: Jeder geleerte Karton wird sofort aufgeschnitten, das Klebeband abgezogen (kommt getrennt weg, das Altpapier bleibt sauber) und flach an einen fixen Sammelplatz im Vorzimmer gelegt.
Zehn gefaltete Kartons ergeben einen Stapel von kaum 30 Zentimetern – dieselben Kartons aufgestellt blockieren ein halbes Zimmer. Wer pro Abend fünf Stück auspackt und faltet, hat nach zwei Wochen freie Räume statt einer Kartonburg hinter dem Sofa. Klebebandreste sammeln Sie dabei in einem eigenen Sackerl.
Folie, Packseide und Füllmaterial weitergeben
Nicht nur Kartons finden Abnehmer: Gebrauchte Luftpolsterfolie ist bei privaten Online-Verkäufern begehrt, die wöchentlich Pakete verschicken – eine Kleinanzeige genügt meist binnen Tagen. Glatte Packseide eignet sich weiter zum Einschlagen von Geschirr im Kellerregal.
Zerknülltes Packpapier lässt sich glätten und platzsparend in einem einzigen Karton sammeln – als Reserve für den nächsten Paketversand. Was niemand will, geht gefaltet und in handlichen Bündeln ins Altpapier; bitte nicht lose in den Hof stellen, das ärgert Hausverwaltung und Nachbarn zuverlässig. Handlich heißt: von einer Person tragbar.
Woran Sie einen brauchbaren Karton erkennen
Doppelte Welle hält länger
Umzugskartons gibt es einwellig und zweiwellig. Die zweiwellige Variante erkennen Sie an der dickeren Schnittkante, ungefähr so stark wie ein Bleistift. Nur diese Kartons überstehen einen zweiten oder dritten Umzug. Einwellige Ware wird nach dem ersten Auspacken weich an den Kanten, verliert die rechten Winkel und lässt sich nicht mehr sauber stapeln. Das sieht man am schnellsten, wenn man den leeren Karton auf eine Ecke stellt.
Feuchtigkeit sieht man spät
Ein Karton, der eine Nacht im feuchten Souterrain gestanden ist, sieht am nächsten Tag noch normal aus. Wellig wird er erst später, und dann trägt der Boden nicht mehr. Prüfen Sie mit dem Handrücken die Unterseite: Fühlt sie sich kühl und leicht klamm an, sortieren Sie den Karton aus, statt ihn jemandem weiterzugeben.
Griffe und alte Klebestreifen
Ausgerissene Grifflöcher sind das häufigste Ausschlusskriterium, weil dort beim Tragen die ganze Last hängt. Ziehen Sie außerdem alte Klebestreifen ab, bevor Sie einen Karton weiterreichen. Wer drei Lagen Band übereinander sieht, weiß nicht mehr, welche Beschriftung gilt, und packt beim nächsten Umzug das falsche Zimmer aus.
In welcher Reihenfolge die Kartons verschwinden
Beginnen Sie in dem Raum, den Sie am schnellsten wieder brauchen, meist Küche oder Bad, und arbeiten Sie einen Karton komplett ab, bevor Sie den nächsten öffnen. Halb geleerte Kartons sind der Grund, warum drei Wochen später noch immer welche herumstehen. Jeder fertige Karton wird sofort flach gelegt und an eine Wand gestellt, nicht in die Zimmermitte. Zehn flache Kartons brauchen weniger Platz als zwei aufgestellte.
Vereinbaren Sie die Abholung oder den Weitergabetermin, solange erst die Hälfte ausgepackt ist, nicht danach. Wer wartet, bis der letzte Karton leer ist, findet keinen Termin mehr und stellt den Stapel in den Keller, wo er bleibt. Bündeln Sie die flachen Kartons mit einer Paketschnur zu Paketen von zehn Stück, dann trägt eine Person zwei Bündel gleichzeitig und der Abtransport dauert eine Viertelstunde statt eines Nachmittags.
Häufige Fragen
Bis wann sollten Kartons ausgepackt sein?
Faustregel: vier Wochen. Was nach drei Monaten noch verschlossen ist, wird meist nie mehr geöffnet – ein guter Kandidat fürs Aussortieren statt fürs Kellerabteil.
Nehmt ihr auch Verpackungsmaterial zurück?
Leihmaterial ja; gekaufte Folien und Papier geben Sie am einfachsten ins Altpapier bzw. zur Kunststoffsammlung.
Nehmt ihr auch gekaufte Kartons mit?
Beim Abholtermin für unsere Leihkartons nehmen wir Ihre eigenen, sauber gefalteten Kartons auf Wunsch gleich mit – fragen Sie einfach bei der Terminvereinbarung. Nach fremden Umzügen bieten wir den Abtransport im Zuge einer kleinen Räumung an; kurzer Anruf genügt, wir sind rund um die Uhr erreichbar.
Was tun mit Kartons, die im Regen gestanden sind?
Diese Kartons kommen für eine Weitergabe nicht mehr in Frage, auch wenn sie durchgetrocknet sind. Der Leim in den Wellen löst sich, der Boden reißt beim nächsten vollen Karton auf, und das merkt der Nächste erst im Stiegenhaus. Flach legen und ins Altpapier geben ist hier die einzige sinnvolle Lösung.
Darf ich Kartons neben die Papiertonne stellen?
Neben die Tonne gestellte Bündel bleiben oft tagelang liegen und ärgern die Hausbetreuung zu Recht. Legen Sie die Kartons flach und zerteilen Sie große Stücke, dann passt erstaunlich viel hinein. Reicht der Platz im Haus trotzdem nicht, fragen Sie bei der Hausverwaltung nach, wie es in Ihrer Anlage geregelt ist.
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