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Ratgeber

Geschirr und Gläser bruchsicher verpacken

Nach diesem Prinzip packen unsere Profis – und es kommt praktisch nie etwas zu Bruch.

Teller stehen, liegen nie

Teller reisen hochkant wie Schallplatten – liegend bricht der Stapel beim ersten Schlagloch unter dem eigenen Gewicht. Jeder Teller wird in Packseide gewickelt oder mit Papier getrennt, unten ins Kartonbett aus geknülltem Papier, Hohlräume fest ausstopfen.

Gläser: einwickeln und Öffnung nach unten

Jedes Glas einzeln in Packseide, Stiele bei Weingläsern extra polstern, dann mit der Öffnung nach unten in den Karton – so trägt der stabilste Teil das Gewicht. Schwere Gläser nach unten, feine Kelche obenauf.

Der Karton macht die Hälfte

Kleine, stabile Kartons verwenden (Geschirr wird schwer!), Boden kreuzverkleben, unten und oben eine Knautschzone aus Papier. Zum Schluss: Karton leicht schütteln – klirrt nichts, ist er richtig gepackt. Beschriftung „GLAS – VORSICHT – OBEN“ auf allen Seiten.

Töpfe, Pfannen und scharfe Messer

Töpfe dürfen ineinander reisen – mit Packpapier als Zwischenlage, sonst verkratzen die Beschichtungen. Deckel gesondert wickeln und hochkant an die Kartonwand stellen. Beschichtete Pfannen bekommen ein eigenes Blatt, die Stiele zeigen abwechselnd in beide Richtungen, das spart erstaunlich viel Platz.

Messer sind die häufigste Verletzungsquelle beim Auspacken: Klingen in ein Geschirrtuch rollen, mit Gummiband sichern und deutlich beschriften – Vorsicht, Klingen. Niemals lose zwischen anderes Geschirr legen; das ist auch für unsere Träger ein Sicherheitsthema. Gusseisen zählt als Schwergewicht und wird grundsätzlich unten eingeschichtet.

Auspacken mit System: die Küche zuerst

Öffnen Sie am neuen Ort zuerst den Karton mit dem Alltagsgeschirr – vier Teller, vier Häferl, Besteck – und räumen Sie erst danach systematisch ein. Wer alle Kisten gleichzeitig aufreißt, verteilt das Chaos auf jede Arbeitsfläche. Schrankböden vorher kurz auswischen, im leeren Kastl geht das in Minuten.

Kontrollieren Sie beim Auspacken jedes Teil auf Schäden und melden Sie Bruch sofort und schriftlich – am besten noch am Übergabetag, mit Foto. Rasche, dokumentierte Meldung ist die Grundlage jeder Regelung. Das Packpapier glätten und sammeln: Es polstert später Kellerkisten oder wandert gefaltet ins Altpapier.

Warum trotzdem einmal etwas bricht

Der halbvolle Karton

Bruch entsteht fast nie beim Tragen, sondern beim Bremsen. In einem Karton, der nur zu drei Vierteln gefüllt ist, kippt der Inhalt beim ersten Kreisverkehr zur Seite und schlägt gegen die Wand. Füllen Sie den Rest mit zusammengeknülltem Papier oder Küchentüchern auf, bis nichts mehr wackelt. Die Probe dauert zwei Sekunden: Karton anheben, seitlich schütteln, hinhören.

Zeitungspapier und seine Grenzen

Zeitungspapier polstert gut, färbt aber ab. Auf hellem Porzellan, auf unglasierten Böden und auf Kunststoff bleibt Druckerschwärze zurück, die sich nur mit Mühe wieder herunterbekommen lässt. Für alles, was danach sofort benutzt wird, nehmen Sie unbedrucktes Packpapier oder Geschirrtücher. Und wickeln Sie die Ränder doppelt, denn ein Teller bricht am Rand und nicht in der Mitte.

Der Stapel im Wagen

Im Laderaum gehören Geschirrkartons nach unten und an die Wand, nie in die Mitte eines hohen Stapels und nie unter Bücherkisten. Zwei volle Bücherkartons drücken einen Geschirrkarton in einer Kurve zusammen, auch wenn er von außen unversehrt aussieht. Wer selbst fährt, sichert die unterste Reihe und lässt oben lieber Luft, statt bis zur Decke zu stapeln.

Eine Packstation aufbauen

Räumen Sie den Küchentisch leer und legen Sie dort einen Stapel Papier, die Rolle Klebeband und den Stift bereit. Alles, was verpackt wird, kommt aus dem Kasten auf den Tisch, wird dort eingewickelt und wandert in den Karton neben dem Sessel. Wer im Stehen vor dem offenen Kasten wickelt, arbeitet doppelt so lange und stellt am Ende doch die Hälfte falsch herum in die Kiste.

Packen Sie in der Reihenfolge, in der Sie auspacken wollen: zuerst das Sonntagsgeschirr, das wochenlang stehen darf, zuletzt die vier Teller und Gläser, die Sie am ersten Abend brauchen. Diese letzte Kiste wird eigens beschriftet und fährt im eigenen Auto mit. Auf jeden Karton kommen der Zielraum, das Wort Glas und ein Pfeil nach oben, und zwar auf zwei Seiten, weil im Stapel nur eine sichtbar bleibt.

Häufige Fragen

Lohnen sich spezielle Glas-Einsätze?

Für Standardgläser nicht – gute Wickeltechnik reicht. Für teure Kristallserien oder Sammlungen ja: Kartons mit Facheinteilung nehmen die Sorge und das Risiko.

Wie transportiert man die Kaffeemaschine?

Entkalken, trocknen, lose Teile extra wickeln, idealerweise im Originalkarton. Ohne diesen: kleiner Karton, viel Polster, aufrecht transportieren – und am Zielort als Erstes wieder aufstellen. Prioritäten!

Wie packe ich Vorräte und Gewürze?

Angebrochenes in Zipp-Beutel oder Schraubgläser, Flaschen stehend in einen kleinen Karton, Küchenrolle als Polster dazwischen. Öl und Essig doppelt sichern – eine ausgelaufene Flasche ruiniert den ganzen Karton. Kühlware reist in der Kühltasche im eigenen Auto, nicht im Möbelwagen. Und der Grundsatz: Offenes lieber vorher aufbrauchen, als es quer durch die Stadt zu übersiedeln.

Wie schwer darf ein Geschirrkarton werden?

Ein Karton, den eine Person allein über eine Altbaustiege trägt, sollte deutlich unter zwanzig Kilo bleiben. Nehmen Sie für Geschirr die kleineren Kartons und füllen Sie die großen mit Leichtem wie Töpfen oder Plastikschüsseln. Ein zu schwerer Karton reißt an der Bodennaht auf, und das passiert erfahrungsgemäß im dritten Stock.

Was mache ich mit einzelnen Erbstücken?

Die nehmen Sie am besten selbst im eigenen Auto mit, gut gepolstert im Fußraum hinter dem Beifahrersitz. Gemeint sind Stücke, die nicht ersetzbar sind: handbemaltes Porzellan, das Service von der Großmutter, das eine Glas aus der Hochzeit. Alles andere fährt im Wagen mit, sauber eingewickelt und unten im Stapel.

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