Fixpreis vs. Stundenlohn
Die wichtigste Frage vor jeder Beauftragung – denn sie entscheidet, wer das Risiko trägt: Sie oder die Firma.
Das Stundenlohn-Modell
Wiener Sätze: € 60–145/Stunde je nach Teamgröße. Klingt transparent – aber die Stunden schreibt die Firma: Stau, Pausen, langsames Tragen, „der Lift war klein“ gehen auf Ihre Rechnung. Aus telefonisch geschätzten 4 Stunden werden dokumentierte 7 – das häufigste Beschwerde-Muster der Branche.
Das Fixpreis-Modell
Nach Besichtigung nennt die Firma einen Maximalbetrag – schriftlich. Dauert es länger: ihr Problem. Das Modell zwingt zur ehrlichen Kalkulation vorab und belohnt effizientes Arbeiten statt Zeitschinden. Deshalb arbeiten wir ausschließlich so.
Wann Stundensätze okay sind
Fair bei echten Mini-Einsätzen (eine Stunde Tragehilfe) oder völlig unkalkulierbaren Jobs. Bei planbaren Umzügen gilt: Wer keinen Fixpreis anbietet, will das Risiko bei Ihnen lassen – eine legitime Geschäftsentscheidung, aber Ihre auch.
Was im schriftlichen Fixpreis stehen muss
Ein Fixpreis ist nur so gut wie sein Papier. Prüfen Sie vor der Unterschrift, ob diese Punkte drinstehen – fehlt einer, fragen Sie nach:
- Genauer Leistungsumfang: Räume, Keller, Dachboden, Balkon
- Beide Adressen mit Stockwerk und Liftsituation
- Inkludiertes Material sowie Möbel-Demontage und -Montage
- Halteverbotszone: wer beantragt, wer zahlt
- Termin mit Datum und Zeitfenster
- Endsumme inklusive Umsatzsteuer
So ein Angebot vergleichen Sie in fünf Minuten mit jedem anderen – und genau deshalb schreiben seriöse Firmen es gerne auf, unseriöse dagegen ungern.
Angebote vergleichen: Endsumme schlägt Stundensatz
Der klassische Vergleichsfehler: Der niedrigste Stundensatz wirkt auf dem Papier günstiger als jeder Fixpreis – bis aus geschätzten fünf Stunden am Umzugstag neun werden. Vergleichen Sie deshalb nie Sätze, sondern realistische Endsummen für identischen Leistungsumfang.
Unser Erfahrungswert aus vielen Zweitangeboten: Das billigste Stundenangebot ist am Ende selten das günstigste Ergebnis. Rechnen Sie jedes Stundenangebot ehrlich hoch – mit Puffer für Stau, Pausen und den Lift, der gerade besetzt ist. Liegt der schriftliche Fixpreis gleichauf oder darunter, ist die Wahl einfach: gleiche Kosten, null Nachzahlungsrisiko.
Woran die Endsumme bei der Besichtigung wirklich hängt
Der Weg zählt mehr
Zwei Wohnungen mit gleicher Fläche unterscheiden sich im Aufwand deutlich, sobald der Tragweg dazukommt. Ein zweiter Stock im Altbau mit hohen Stufen und einem Podest zwischen den Geschossen bedeutet mehr Arbeit als ein vierter Stock im Neubau mit Lift. Dazu kommt die Strecke vom Fahrzeug bis zur Haustür: Ein Durchgang über den Innenhof verlängert jeden einzelnen Gang um eine gute Minute.
Was im Keller steht
Gezeigt wird fast immer nur die Wohnung. Kellerabteil, Dachboden und Garage kommen erst zur Sprache, wenn das Fahrzeug schon halb voll ist. Genau daran scheitern Preise, die am Telefon genannt wurden. Machen Sie bei der Besichtigung alle Türen auf, auch die, hinter denen es unangenehm aussieht. Der Aufwand steht danach im Fixpreis und überrascht am Umzugstag niemanden mehr.
Zerlegen und Aufbauen
Ein Kleiderkasten aus Spanplatte, der schon zweimal übersiedelt ist, hält beim dritten Zerlegen oft nicht mehr zusammen. Ein Boxspringbett passt selten durch eine Altbautür, ohne getrennt zu werden. Sagen Sie vorher, was zerlegt werden muss und was in der neuen Wohnung wieder stehen soll. Das ist der Posten, der bei Stundenabrechnung am stärksten schwankt und im Fixpreis vorher feststeht.
So bereiten Sie den Besichtigungstermin vor
Gehen Sie vorher einmal selbst durch und entscheiden Sie, was mitkommt und was nicht. Notieren Sie die Räume, das Kellerabteil, den Dachboden und die Garage. Halten Sie die Adresse der neuen Wohnung bereit, das Stockwerk, ob es dort einen Lift gibt und wie breit dessen Tür ist. Sagen Sie außerdem, ob der Übergabetermin schon fix steht, denn ein Datum verändert die Planung stärker als jedes einzelne Möbelstück.
Beim Termin selbst öffnen Sie die Kästen, denn nicht die Möbel bestimmen den Aufwand, sondern ihr Inhalt. Ein Klavier gehört ausdrücklich erwähnt, dafür kommen ab € 240 dazu. Am Ende bekommen Sie eine Endsumme mit Datum, beiden Adressen, Stockwerken und den enthaltenen Leistungen, etwa € 690 für zwei Zimmer oder € 990 für drei. Was auf diesem Blatt nicht steht, ist auch nicht vereinbart, egal wie freundlich es besprochen wurde.
Häufige Fragen
Kann der Fixpreis nachträglich steigen?
Nur wenn Sie den Auftrag erweitern („der Keller soll doch mit“). Der vereinbarte Umfang ist bindend – genau das unterschreiben wir. Mündliche „Zirka-Preise“ sind übrigens keine Fixpreise: auf dem Schriftlichen bestehen!
Ist der Fixpreis im Schnitt teurer?
Nein – er ist ehrlicher: Die Kalkulationsreserve der Firma ersetzt Ihr Nachzahlungs-Risiko. Vergleichen Sie Endkosten, nicht Startversprechen – da gewinnt der Fixpreis fast immer.
Was unterscheidet den Kostenvoranschlag vom Fixpreis?
Ein unverbindlicher Kostenvoranschlag darf in gewissem Rahmen überschritten werden – er ist eine Schätzung, kein Versprechen. Der Fixpreis ist dagegen die verbindliche Obergrenze für den vereinbarten Umfang. Achten Sie deshalb auf die Wortwahl im Angebot: Steht dort „zirka“ oder „voraussichtlich“, halten Sie keinen Fixpreis in der Hand, sondern eine Hoffnung.
Wie lange dauert so eine Besichtigung?
Für eine Wohnung sind es meist zwanzig bis dreißig Minuten, bei einem Haus mit Keller und Dachboden eine knappe Stunde. Der Termin kostet nichts und verpflichtet zu nichts. In vielen Fällen lässt er sich noch am selben oder am nächsten Tag machen, weil er ohne Fahrzeug und ohne Team auskommt.
Was gilt, wenn ich am Ende weniger mitnehme als besprochen?
Sagen Sie es, sobald es feststeht, und nicht am Umzugsmorgen. Kleinere Änderungen wirken sich auf die Endsumme nicht aus, weil in Stufen gerechnet wird. Fällt so viel weg, dass eine Stufe tiefer erreicht ist, etwa von drei auf zwei Zimmer, wird der Fixpreis vorher neu festgelegt und schriftlich angepasst.
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