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Ratgeber

Bilder und Spiegel heil transportieren

Glas verzeiht nichts – mit der richtigen Technik übersteht trotzdem jeder Spiegel den Umzug.

Das Klebeband-Kreuz

Auf Spiegel- und Bildglas kommt ein großzügiges Kreuz aus Malerkrepp: Es verhindert Splittern bei Bruch und stabilisiert die Fläche. Malerkrepp statt Paketband – das lässt sich rückstandsfrei entfernen.

Wickeln und kanten

Erst Luftpolsterfolie (Noppen nach außen, sonst Abdrücke), dann Kartonplatten davor und dahinter, Kanten mit gefaltetem Karton schützen – die Ecken brechen zuerst. Mehrere Bilder? Immer Glas an Glas, Rücken an Rücken, mit Zwischenlage.

Stehend transportieren, nie liegend

Bilder und Spiegel reisen stehend, leicht angelehnt und verkeilt – liegend bricht die Fläche bei der ersten Vibration. Im LKW gehören sie zwischen Matratzen oder gepolstert an die Wand, mit Gurt gesichert. Genau dort verstauen unsere Träger sie automatisch.

Abhängen mit Plan: Haken, Nägel, Dokumentation

Bevor gewickelt wird: jedes Bild abhängen, Haken und Nägel sofort in einen beschrifteten Beutel – sie gehören zum Bild und fehlen sonst drüben garantiert. Bei Bilderschienen nehmen Sie die Seile samt Gleitern mit; die Schiene selbst bleibt, sofern nichts anderes vereinbart ist.

Fotografieren Sie Ihre Bilderwand vor dem Abbau: Das Foto ist die Aufhäng-Anleitung für die neue Wohnung, inklusive Abstände. Staubige Rückseiten vorher kurz abwischen, sonst reibt der Schmutz unter der Folie an Rahmen und Glas. Pro Wand ein Beutel hält die Zuordnung simpel.

Temperatur und Jahreszeit: Glas mag keine Schocks

Spiegel und verglaste Bilder reagieren auf Temperatursprünge: Kommt das kalte Stück im Winter in die warme Wohnung, beschlägt es unter der Folie – Feuchtigkeit sitzt dann direkt am Rahmen. Deshalb im Winter früh auspacken und die Folie abnehmen, nicht tagelang verpackt an der Wand lehnen lassen.

Im Sommer gilt das Gegenteil: nie im aufgeheizten Fahrzeug stehen lassen, Leimfugen und alte Rahmen leiden ab rund 50 Grad Innentemperatur. Beim Selbsttransport planen Sie Bilder darum als letzte Ladung und erste Ablieferung. Kurze Wege sind hier der beste Schutz.

Wo Glas tatsächlich zu Bruch geht

Die Wendung am Podest

Im Altbau bricht Glas selten im Fahrzeug, sondern im Stiegenhaus. Beim Drehen am Podest wandert die untere Ecke nach außen und trifft die Wandkante, während vorne alles frei aussieht. Wer trägt, sieht diese Ecke nicht. Bei großen Stücken geht deshalb eine zweite Person hinterher und sagt an, wie viele Zentimeter noch Luft sind.

Die Hand an der Tür

Der zweite typische Moment ist die Wohnungstür. Eine Hand hält den Spiegel, die andere sucht die Klinke, und in dieser Sekunde kippt das Stück gegen den Türstock. Türen werden vorher aufgekeilt, Wohnungstür und Haustor inklusive. Ein Keil aus dem Baumarkt oder ein zusammengefalteter Karton unter dem Türblatt kostet fast nichts und spart genau diesen Bruch.

Der Moment des Abstellens

Abgestellt wird nie direkt auf Stein, Terrazzo oder Fliesen. Die Kante bekommt einen Punktdruck, und der Riss läuft von unten nach oben durch die Scheibe. Legen Sie eine Decke oder ein Stück Karton dorthin, wo das Bild landen soll, bevor Sie es tragen. Das gilt auch für die kurze Ablage im Gang, die eigentlich nur zehn Sekunden dauern sollte.

Ankommen und wieder aufhängen

Stellen Sie in der neuen Wohnung alle Glasstücke zuerst in einem Raum an eine Innenwand, mit einer Decke darunter und der Glasseite zur Wand. Nicht in den Gang, dort tragen den ganzen Tag Menschen Kartons vorbei. Packen Sie bei Tageslicht aus und halten Sie jedes Stück gegen das Fenster, bevor die Kartons zusammengelegt werden. Ein feiner Riss ist von vorne kaum zu sehen, im Gegenlicht dagegen sofort.

Vor dem Aufhängen klopfen Sie die Wand ab. Im Gründerzeithaus finden Sie Vollziegel, in einem späteren Dachbodenausbau oft Gipskarton, und beides braucht andere Dübel. Ein schwerer Spiegel hängt an zwei Punkten, nicht an einem, und nicht über dem Bett. Das Foto der alten Bilderwand gibt Ihnen die Abstände vor. Bohren gehört übrigens nicht zu unserer Arbeit, das übernimmt ein Fachbetrieb oder Sie selbst.

Häufige Fragen

Wie verpacke ich einen sehr großen Spiegel oder eine Glasplatte?

Ab Türblattgröße wird es ein Fall für zwei Personen und stabile Seitenbretter – oder für uns: Wir transportieren Großformate mit Trägersystem und Deckenpolster. Kurz anrufen ist billiger als neu kaufen.

Was ist mit wertvollen Gemälden?

Keine Folie direkt auf die Malschicht! Glassine-Papier, Eckenschutz, stehende Kiste. Bei echten Werten nennen Sie uns den Wert bitte vorab – wir sichern diese Stücke dann gesondert und transportieren sie getrennt.

Wie viele Bilder passen in einen Bilderkarton?

In den verstellbaren Bilderkarton passen je nach Rahmenstärke zwei bis vier Stück, immer mit Kartonzwischenlage. Mehr hineinzwängen bringt nichts: Der Schutz lebt davon, dass nichts wandert. Für Großformate über einen Meter schieben wir zwei Kartons ineinander – das ergibt jede Zwischengröße. Für Übergrößen bauen unsere Träger Maßverpackungen aus Kartonplatten.

Was mache ich mit Spiegeln an Kastentüren?

Wenn möglich, hängen Sie die Tür aus und verpacken Sie sie einzeln wie ein großes Bild. Bleibt der Spiegel am Kasten, kommt ein Kreuz aus Malerkrepp darauf, dazu Karton über die ganze Fläche und eine Decke außen herum. Die Tür wird zusätzlich fixiert, damit sie im Fahrzeug nicht aufschwingt und gegen den Korpus schlägt.

Wie transportiere ich Glasböden aus einer Vitrine?

Glasböden gehören heraus, bevor die Vitrine bewegt wird. Kleine Platten dürfen flach gestapelt in einem Karton liegen, mit Papier zwischen jeder Lage und nichts darauf. Große Böden stellen Sie besser hochkant wie ein Bild. Beschriften Sie den Karton außen mit dem Möbelstück, sonst tauchen die Böden erst Wochen später beim Ausräumen wieder auf.

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